Einleitung
Bei einer herkömmlichen Haartransplantation werden Haarfollikel aus dem hinteren und seitlichen Bereich der Kopfhaut entnommen. Dieser Spenderbereich ist jedoch begrenzt. Bei einigen Patienten ist der Spendervorrat auf der Kopfhaut durch frühere Eingriffe oder eine von Natur aus geringe Haardichte erschöpft. Die Körperhaartransplantation (BHT) bietet hier eine Alternative. So können Brust-, Bart-, Arm- und Beinhaare den Spendervorrat der Kopfhaut potenziell ergänzen. Allerdings unterscheidet sich Körperhaar in wesentlichen Punkten von Kopfhaar. Das Verständnis dieser Unterschiede hilft Patienten dabei, einzuschätzen, ob eine BHT für ihre Situation geeignet ist. Dieser Artikel erklärt, wie eine BHT funktioniert, welche Ergebnisse zu erwarten sind und wer am meisten davon profitiert.
Was ist eine Körperhaartransplantation?
Bei einer Körperhaartransplantation werden Haarfollikel aus Bereichen außerhalb der Kopfhaut entnommen und in diese implantiert. Der Eingriff nutzt die FUE-Technik. Dabei werden einzelne Follikeleinheiten aus der Brust, dem Bart oder anderen Körperstellen entnommen. Gemäß den Standardprotokollen für Haartransplantationen werden sie in die von Haarausfall betroffenen Bereiche der Kopfhaut implantiert. Die BHT erweitert den verfügbaren Spendervorrat über die Kopfhaut hinaus. Dies ist ihr Hauptvorteil. So erhalten Patienten mit erschöpften Spenderreserven auf der Kopfhaut Zugang zu zusätzlichen Transplantaten. Dabei kommen dieselben Mikro-Punch-Extraktionsinstrumente zum Einsatz wie bei der FUE an der Kopfhaut. Die Technik wird jedoch an die verschiedenen Körperstellen angepasst. So sitzen Brusthaarfollikel beispielsweise in anderen Winkeln und Tiefen als Kopfhautfollikel. Bartfollikel liegen außerdem normalerweise tiefer. Für die BHT ist ein Chirurg erforderlich, der Erfahrung mit der Entnahme an anderen Körperstellen als der Kopfhaut hat. Die Lernkurve ist steiler als bei der Standard-FUE an der Kopfhaut.
Kann Barthaar für eine Körperhaartransplantation verwendet werden?
Barthaare sind die beste Quelle für eine Transplantation von Körperhaaren. Sie weisen mehrere Gemeinsamkeiten mit Kopfhaaren auf. Barthaare sind dick. Sie wachsen auf eine angemessene Länge heran. Zudem sind sie genetisch resistent gegen DHT. Die Transplantation von Bart-Transplantaten führt zu einer sichtbaren Verbesserung der Dichte. Bart-Haare eignen sich besonders gut zur Abdeckung des Scheitels. Dieser wird von oben betrachtet. Die gröbere Textur der Barthaare sorgt in diesem Bereich für eine starke optische Abdeckung. Je nach individueller Bartdichte kann eine BHT aus dem Bart tausend bis dreitausend Transplantate liefern. Die beste Entnahmestelle ist der submandibuläre Bereich unterhalb der Kinnlinie. Er wird durch den verbleibenden Bartwuchs verdeckt. Eine BHT aus dem Bart hinterlässt zwar vereinzelte Mikronarben in der Spenderzone, die jedoch vom verbleibenden Bart verdeckt werden. In den meisten Fällen wächst der Bart auf normale Länge nach, ohne dass Spuren der Entnahme sichtbar sind.
Kann Brusthaar für eine Körperhaartransplantation verwendet werden?
Die Brustbehaarung ist eine sekundäre Quelle für eine Haartransplantation am Körper. Sie ist feiner als Barthaare. Ihr Wachstumszyklus ist kürzer. Brustbehaarung erreicht eine begrenzte Länge, bevor sie in die Ruhephase übergeht. Eine BHT mit Transplantaten aus der Brust führt zu einer dünneren Abdeckung als Transplantate aus dem Bart oder der Kopfhaut. Die Haare können eher spärlich als voll wirken. Brustbehaarung eignet sich daher zur ergänzenden Verwendung. Sie füllt Lücken zwischen den Kopfhauttransplantaten. Sie sorgt für mehr Dichte in Bereichen, in denen die Abdeckung dünn, aber nicht vollständig fehlend ist.
Am besten funktioniert eine Körperhaartransplantation von der Brust in Kombination mit Transplantaten aus der Kopfhaut und dem Bart. Als alleinige Spenderquelle ist sie selten effektiv. Der Entnahmebereich ist groß. Vereinzelte Mikronarben auf der Brust werden durch die übrigen Brusthaare gut verdeckt. Eine BHT von der Brust liefert eine variable Anzahl an Transplantaten. Die Dichte der Brusthaare unterscheidet sich von Person zu Person erheblich. Manche Männer haben dichte Brusthaare und können eine beträchtliche Anzahl an Transplantaten liefern. Bei anderen ist der Haarwuchs spärlich, sodass nur eine begrenzte Menge verfügbar ist.

Körperhaartransplantation: Vergleich der Haareigenschaften
| Spenderquelle | Haareigenschaften | Beste Verwendung |
| Kopfhaut (Standard) | Dick, langer Wachstumszyklus | Alle Empfängerbereiche |
| Bart | Dick, grob, kürzerer Zyklus | Dichte im Scheitelbereich, Augenbrauen |
| Brust | Fein, kürzerer Wachstumszyklus | Zur Erhöhung der Dichte zwischen Kopfhauttransplantaten |
| Beine/Arme | Sehr fein, kurzer Zyklus | Eingeschränkte Verwendung; nur ergänzend |
Die Ergebnisse einer Körperhaartransplantation hängen stark von den Eigenschaften der Spenderstelle ab. Kopfhaar bleibt der Goldstandard. Es wächst am längsten. Im Verhältnis zu seinem Wachstumszyklus hat es den dicksten Durchmesser. Bei der Körperhaartransplantation (BHT) kommt das Barthaar der Qualität des Kopfhaars am nächsten. Brust- und Gliedmaßenhaare bieten dagegen abnehmende Erträge.
Der entscheidende Faktor ist die Länge des Wachstumszyklus. Körperhaare haben eine kürzere Anagenphase als Kopfhaare. Das bedeutet, dass transplantierte Körperhaare eine geringere maximale Länge erreichen. Bei längeren Frisuren fügen sie sich möglicherweise nicht perfekt in das umgebende Kopfhaar ein. Am besten funktioniert eine Körperhaartransplantation, wenn der Patient sein Haar kurz trägt. Dann fällt der Unterschied im Wachstumszyklus weniger auf.
Wer profitiert von einer Körperhaartransplantation?
Eine Körperhaartransplantation eignet sich für bestimmte Patientengruppen. Zu den primären Kandidaten zählen Personen, deren Spenderreserven auf der Kopfhaut durch frühere Eingriffe erschöpft sind. Auch Patienten im fortgeschrittenen Norwood-Stadium mit begrenzten verbleibenden Spenderreserven auf der Kopfhaut profitieren von den zusätzlichen Transplantaten. BHT eignet sich auch für Patienten, die von Natur aus eine geringe Spenderdichte auf der Kopfhaut haben.
Manche Männer haben spärliche Spenderbereiche, die nicht genügend Transplantate liefern können. In solchen Fällen können Bart- und Brusthaare den verfügbaren Vorrat erweitern. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist die BHT zur Narbenkaschierung. So lassen sich streifenförmige Narben aus früheren FUT-Eingriffen mit Körperhaar-Transplantaten kaschieren. Die grobe Struktur der Barthaare sorgt für eine effektive Abdeckung des Narbengewebes. Die BHT wird jedoch nicht als Erstbehandlung empfohlen. Der Spenderbereich auf der Kopfhaut sollte immer zuerst genutzt werden. Körperhaar ergänzt die Transplantate aus der Kopfhaut. Es ersetzt diese nicht. Patienten mit einem ausreichenden Spenderbereich auf der Kopfhaut sollten diesen vollständig ausschöpfen, bevor sie die BHT in Betracht ziehen.
Ergebnisse und Erwartungen
Die Ergebnisse unterscheiden sich von denen einer Standard-Kopfhauttransplantation. Zwar führt eine Körperhaartransplantation zu einer sichtbaren Verbesserung, doch unterscheiden sich die Haareigenschaften von denen des natürlichen Kopfhaars. Barttransplantate wachsen dichter als Brusthaartransplantate. Beide können sich in Textur und Lockenmuster vom umgebenden Kopfhaar unterscheiden. Die Ergebnisse einer BHT wirken am natürlichsten, wenn sich das transplantierte Haar in die vorhandene Haarbedeckung einfügt. Ein harmonischeres Ergebnis als der alleinige Einsatz von Körperhaar wird erzielt, wenn Körperhaartransplantate zum Auffüllen von Lücken zwischen Kopfhauttransplantaten verwendet werden.
Das Wachstum nach einer BHT folgt dem gleichen Zeitverlauf wie nach einer Kopfhauttransplantation. Im ersten Monat kommt es zu Haarausfall. Das neue Wachstum setzt nach drei bis vier Monaten ein. Die endgültige Dichte lässt sich nach zwölf bis achtzehn Monaten beurteilen. Die Überlebensraten für BHT-Transplantate sind im Allgemeinen etwas niedriger als für Kopfhauttransplantate. Während etwa siebzig bis achtzig Prozent der Transplantate mit Körperhaaren überleben, sind es bei Kopfhauttransplantaten neunzig bis fünfundneunzig Prozent. Dies wird im Operationsplan berücksichtigt.
Fazit
Bei der Körperhaartransplantation werden Follikel aus der Brust, dem Bart und anderen Körperbereichen verwendet, um den Spendervorrat der Kopfhaut zu ergänzen. Barthaare sind die effektivste Körperquelle. Sie sorgen für eine dichte, sichtbare Abdeckung. Brustbehaarung ist feiner und eignet sich zur ergänzenden Dichteerhöhung. Die BHT ist kein Erstlinienverfahren. Zunächst sollte der Spenderbereich der Kopfhaut genutzt werden. Die Ergebnisse unterscheiden sich hinsichtlich Textur und Wachstumszyklus von denen einer Standard-Kopfhauttransplantation. Die BHT eignet sich für Patienten, bei denen der Spenderbereich auf der Kopfhaut erschöpft ist, die unter fortgeschrittenem Haarausfall leiden und die Narben kaschieren möchten. Eine professionelle Beratung klärt die Verfügbarkeit von Spenderhaaren und plant die effektivste Strategie. In der Türkei werden Körperhaartransplantationen zu wettbewerbsfähigen Preisen von erfahrenen Spezialisten angeboten.
Für weitere Informationen zu Haartransplantationen und zur Buchung eines Beratungstermins besuchen Sie bitte die Seite „Haartransplantation“ des ACIBADEM Beauty Centers.
Häufig gestellte Fragen
Ja. Sie sind die effektivste Spenderquelle am Körper. Sie sorgen für eine dichte, sichtbare Abdeckung.
Die Überlebensrate der Transplantate ist etwas geringer. Außerdem unterscheiden sich die Haareigenschaften. Die Ergebnisse sind gut, aber nicht identisch mit denen von Spenderhaaren von der Kopfhaut.
Patienten mit erschöpften Spenderbereichen auf der Kopfhaut oder sehr fortgeschrittenem Haarausfall, die zusätzliche Transplantate benötigen.
Es wächst feiner und kürzer. Es eignet sich daher eher zur ergänzenden Verdichtung als zur primären Abdeckung.
Mikronarben werden durch die verbleibenden Körperhaare verdeckt. Sie sind bei normaler Betrachtung nicht sichtbar.