Einleitung
Sie gehören zu den häufigsten gutartigen Hautgeschwülsten in der klinischen Praxis. Oft werden sie als Talgzysten bezeichnet, was jedoch technisch gesehen nicht korrekt ist. Epidermoidzysten entstehen aus der Epidermis und nicht aus Talgdrüsen. Dieser Unterschied ist wichtig, da er Einfluss darauf hat, wie die Erkrankung verstanden und diskutiert wird. Dieser Artikel erklärt, was Epidermoidzysten sind und wie sie entstehen. Er behandelt die Diagnose, die Behandlungsmöglichkeiten und den Heilungsverlauf. Ganz gleich, ob Sie eine Schwellung bemerkt haben oder zur Entfernung überwiesen wurden – dieser Leitfaden ist für Sie hilfreich. Das Verständnis der Erkrankung mindert oft Ängste und unterstützt fundierte Behandlungsentscheidungen. Viele Patienten sind beruhigt, wenn sie erfahren, dass diese Zysten gutartig sind.
Was sind Epidermoidzysten?
Epidermoidzysten sind gutartige Zysten, die sich aus Epidermiszellen entwickeln. Die Epidermis ist die äußerste Hautschicht. Werden Epidermiszellen unter der Hautoberfläche eingeschlossen, produzieren sie weiterhin Keratin. Keratin ist das Protein, aus dem Haut, Haare und Nägel bestehen. Dieses Keratin sammelt sich in der Zyste an und bildet eine dicke, weiße oder gelbliche, käseartige Masse. Die Zyste ist von einem Sack aus Epidermoidzellen umschlossen. Epidermoidzysten fühlen sich unter der Haut glatt, rund und fest an. Sie lassen sich beim Drücken frei verschieben. Sie können eine zentrale Öffnung aufweisen. Diese kleine, dunkle Öffnung stellt die verstopfte Pore dar, aus der sich die Zyste entwickelt hat. Am häufigsten treten Epidermoidzysten im Gesicht, am Hals, auf der Brust, am Rücken und auf der Kopfhaut auf. Ihre Größe variiert von Patient zu Patient erheblich. Manche bleiben über Jahre hinweg klein, ohne dass sich eine nennenswerte Veränderung zeigt.
Was verursacht Epidermoidzysten?
Zysten entstehen, wenn Epidermiszellen in die Dermis verschoben werden. Dies kann durch geringfügige Hautverletzungen, wie beispielsweise einen Kratzer oder eine Operationswunde, verursacht werden. Es kann auch auftreten, wenn die Wand eines verstopften Haarfollikels reißt oder sich in die Dermis einstülpt. Haut, die zu Akne neigt, ist besonders anfällig. Wiederholte Follikelverstopfungen schaffen die Voraussetzungen für die Zystenbildung. Bei manchen Menschen entwickeln sich im Rahmen bestimmter genetischer Erkrankungen mehrere Epidermoidzysten. Das Gardner-Syndrom beispielsweise ist neben anderen Merkmalen mit mehreren Zysten verbunden. Die meisten Epidermoidzysten treten jedoch isoliert auf, ohne dass eine zugrunde liegende systemische Ursache vorliegt. Sie sind nicht ansteckend und werden nicht durch mangelnde Hygiene verursacht. Auch hormonelle Einflüsse können bei anfälligen Personen zur Follikelverstopfung beitragen.
Wie werden Epidermoidzysten diagnostiziert?
Epidermoidzysten werden in der Regel durch eine klinische Untersuchung diagnostiziert. Dabei beurteilt ein Arzt oder Dermatologe Größe, Lage, Konsistenz und Beweglichkeit der Schwellung. Ein zentrales Punktum und ein käseartiger Inhalt, falls die Zyste bereits entleert ist, stützen die Diagnose. In eindeutigen Fällen ist in der Regel keine bildgebende Untersuchung erforderlich. Eine Ultraschalluntersuchung kann den zystischen Charakter der Schwellung bestätigen, wenn die Diagnose unklar ist. Sie ist besonders hilfreich bei tief liegenden Zysten oder solchen, bei denen andere Strukturen betroffen sein könnten. Eine Biopsie ist selten erforderlich, kann jedoch durchgeführt werden, wenn ungewöhnliche Merkmale zu diagnostischer Unsicherheit führen. Die meisten Epidermoidzysten lassen sich allein auf klinischer Grundlage sicher diagnostizieren. Eine genaue Diagnose ist wichtig, um den am besten geeigneten Behandlungsansatz zu wählen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Epidermoidzysten
Die Behandlung dieser Zysten hängt davon ab, ob sie Symptome verursachen. Kleine, asymptomatische Zysten können über einen längeren Zeitraum hinweg einfach beobachtet werden. Eine Behandlung ist erforderlich, wenn sich die Zyste entzündet oder infiziert, Beschwerden verursacht oder aus ästhetischen Gründen als störend empfunden wird. Infizierte oder entzündete Epidermoidzysten werden zunächst mit Antibiotika behandelt und gegebenenfalls durch Drainage. Eine Drainage allein entlastet den Druck, verhindert jedoch nicht, dass die Zyste erneut auftritt, da der Zystensack erhalten bleibt. Die definitive Behandlung ist die chirurgische Entfernung unter Lokalanästhesie.
Dabei muss der gesamte Zystensack entfernt werden, um ein erneutes Wachstum zu verhindern. Bei der minimalinvasiven Exzisionstechnik wird der Inhalt über einen kleinen Schnitt entleert. Anschließend wird der Zystensack durch eine kleinere Öffnung als bei der herkömmlichen Exzision entfernt. Dies hinterlässt eine kleinere Narbe und eignet sich für unkomplizierte Zysten. Welche Behandlung gewählt wird, hängt von der Größe und Lage der Zyste sowie von den Präferenzen des Patienten ab.
Was geschieht bei der Entfernung?
Die Entfernung einer Epidermoidzyste ist ein kleiner Eingriff, der unter Lokalanästhesie durchgeführt wird. Hierzu wird die Haut gereinigt und das Betäubungsmittel um die Zyste herum injiziert. Sobald der Bereich betäubt ist, setzt der Chirurg einen präzisen Schnitt über oder um die Zyste herum. Die Zyste und ihr intakter Sack werden vorsichtig vom umgebenden Gewebe abgetrennt. Das Intaktlassen des Sacks während der Präparation verringert das Risiko, dass der Zysteninhalt in die Wunde austritt. Anschließend wird die Wunde mit Nähten verschlossen. Der Eingriff dauert normalerweise zwischen fünfzehn und dreißig Minuten.
Die meisten Patienten spüren währenddessen lediglich einen Druck. Durch die Lokalanästhesie werden Beschwerden gut unter Kontrolle gehalten. Die Patienten können im Anschluss sofort nach Hause zurückkehren. Die meisten nehmen ihre normalen Aktivitäten noch am selben oder am folgenden Tag wieder auf. Vor der Entlassung aus der Klinik erhalten sie in der Regel schriftliche Anweisungen zur Nachsorge. Es können Termine zur Nachsorge vereinbart werden, um den Heilungsverlauf und das Erscheinungsbild der Wunde zu beurteilen.
Erholung nach der Entfernung einer Epidermoidzyste
In der Regel verläuft die Erholung nach der Entfernung einer Epidermoidzyste komplikationslos. In den ersten Tagen wird die Wunde mit einem kleinen Verband abgedeckt. Je nach Lage und Verschlusstechnik werden die Fäden nach sieben bis zehn Tagen entfernt. Der Bereich kann sich einige Tage lang empfindlich anfühlen und leicht geschwollen sein. Dies ist normal und legt sich schnell. Während der frühen Heilungsphase sollte die Wunde sauber und trocken gehalten werden. Sie sollten das Schwimmen und das Eintauchen der Wunde ins Wasser vermeiden, bis sie vollständig verheilt ist. An der Schnittstelle bleibt eine Narbe zurück. Diese verblasst im Laufe mehrerer Monate allmählich. Narben nach der Entfernung kleiner Zysten sind in der Regel minimal. Das Auftragen von Silikongel nach dem Wundverschluss unterstützt die Narbenreifung. Die meisten Patienten sind mit dem Erscheinungsbild des verheilten Bereichs zufrieden.
Fazit
Bei diesen Zysten handelt es sich um gutartige, mit Keratin gefüllte Gebilde, die aus der Epidermis entstehen. Sie werden oft mit Talgzysten verwechselt, sind jedoch klinisch klar unterscheidbar. Die Diagnose wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung gestellt. Kleine, symptomfreie Epidermoidzysten können ohne Behandlung beobachtet werden. Entzündete oder infizierte Zysten müssen zunächst medizinisch behandelt werden, bevor sie operativ entfernt werden können. Die definitive Behandlung besteht in der vollständigen chirurgischen Entfernung der Zyste mitsamt ihres Zystensacks. Dies verhindert ein Wiederauftreten. Die Erholungsphase verläuft in der Regel unkompliziert und die meisten Patienten können innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ihren normalen Aktivitäten nachgehen.
Die Narben sind normalerweise klein und verblassen mit der Zeit gut. Patienten, bei denen neu Knoten auftreten oder sich verändern, sollten umgehend eine fachärztliche Untersuchung in Anspruch nehmen. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht eine einfachere Behandlung und eine schnellere Genesung. Ein Dermatologe oder Chirurg stellt die Diagnose. Er berät den Patienten auch hinsichtlich des am besten geeigneten Behandlungsplans. Für Patienten mit einer Vorgeschichte mehrerer Zysten sind regelmäßige Hautuntersuchungen von Vorteil. So können neue Läsionen erkannt und behandelt werden, bevor Komplikationen auftreten. Ein frühzeitiges Eingreifen verringert die Wahrscheinlichkeit von Entzündungen und zukünftigen Beschwerden oft erheblich. Eine fachärztliche Beratung gibt Sicherheit und trägt zu einer effektiven, langfristigen Hautgesundheit bei.
Um weitere Informationen über Zysten zu erhalten oder einen Beratungstermin zu vereinbaren, besuchen Sie bitte die Seite „Hautbehandlungen“ des ACIBADEM Beauty Centers.
Häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um gutartige Zysten, die aus unter der Haut eingeschlossenen Epidermiszellen entstehen. Sie enthalten ein dickflüssiges, käseartiges Keratinmaterial und sind von einer Kapsel umschlossen.
Nein, denn Epidermoidzysten entstehen aus der Epidermis, während echte Talgzysten aus Talgdrüsen entstehen. Die Begriffe werden oft synonym verwendet, sind jedoch klinisch unterschiedlich.
Nicht immer. Symptomfreie Zysten können beobachtet werden. Eine Entfernung wird hingegen empfohlen, wenn die Zyste entzündet oder infiziert ist, wächst oder Beschwerden verursacht.
Das kann passieren, wenn der Zystensack nicht vollständig entfernt wurde. Die vollständige Entfernung des gesamten Zystensacks ist die zuverlässigste Methode, um ein Wiederauftreten zu verhindern.
Die meisten Patienten können noch am selben oder am nächsten Tag wieder ihren normalen Aktivitäten nachgehen. Die Fäden werden nach sieben bis zehn Tagen gezogen. Die vollständige Heilung dauert vier bis sechs Wochen.